Fast jede Sprachlern-App wirbt mit „kostenlos“. Bei den meisten heißt das: eine Woche Testphase, danach Abo. Bei einigen wenigen heißt es tatsächlich kostenlos.
Diese Seite sortiert die gängigen Apps nach dem, was ohne Zahlung funktioniert – vollständig gratis, teilweise gratis oder nur Testphase. Dazu die Frage, die vor der App-Wahl kommt: Wofür brauchst du sie überhaupt?
Sortiert danach, was ohne Zahlung tatsächlich nutzbar ist. Die Anbieter ändern ihre Modelle regelmäßig – prüf im Zweifel vor dem Download nach.
| App | Kostenlos nutzbar | Stärke | Haken |
|---|---|---|---|
| Duolingo | ja, vollständig | Kurs komplett gratis, sehr gute Gewohnheitsbildung | Werbung, kaum Erklärungen, wenig freies Schreiben |
| Anki | ja (Desktop und Android) | bestes Wiederholungssystem überhaupt | keine Inhalte, alles selbst anlegen; iOS-App kostet einmalig |
| Language Transfer | ja, vollständig | Audiokurs, erklärt Strukturen statt Vokabeln | reines Audio, kein Wortschatztraining |
| Habloo | Einstieg kostenlos | echte Videos, Alltagswortschatz, KI-Gesprächstutor | Gespräche per Chat, noch nicht per Stimme |
| Memrise | teilweise | Videoclips mit Muttersprachlern | Kernfunktionen hinter dem Abo |
| Busuu | teilweise | Korrektur durch die Community | Grammatik und Zertifikate kostenpflichtig |
| Quizlet | teilweise | riesige Auswahl fertiger Kartensätze | Qualität schwankt stark, Lernmodi begrenzt |
| LingQ | teilweise | Lesen mit Sofortübersetzung | enges Limit im Gratismodell |
| Babbel | nein, nur Testphase | didaktisch sauber aufgebaut | ohne Abo praktisch nicht nutzbar |
Der komplette Spanischkurs ist gratis, finanziert über Werbung. Stark darin, eine tägliche Gewohnheit aufzubauen – schwach bei Erklärungen. Du lernst, dass etwas so heißt, selten warum.
Kein Kurs, sondern ein Karteikartensystem mit berechneten Wiederholungsabständen. Unschlagbar beim Behalten, verlangt aber, dass du die Karten selbst anlegst. Für Disziplinierte das wirksamste Werkzeug der Liste.
Ein vollständiger Audiokurs, gratis und werbefrei. Erklärt, wie Spanisch aufgebaut ist, statt Vokabeln abzufragen. Ideal für unterwegs, ersetzt aber kein Wortschatztraining.
Nicht nur kostenlos, sondern passend: Welche App zu welchem Lernziel gehört – Routine, Hörverstehen, Vokabeln oder Struktur – steht unter Die besten Apps zum Spanisch lernen.
KI-Tutor statt App? Was KI beim Sprachenlernen kann und wo sie unzuverlässig wird, steht unter Spanisch lernen mit KI.
Statt App-Audio: Warum YouTube besser aufs echte Sprechtempo vorbereitet und wie du es einsetzt: Spanisch lernen mit YouTube.
Die stärkste kostenlose Kombination ist Language Transfer für das Verständnis, Anki für den Wortschatz und eine feste Quelle für Lesen und Hören. Zusammen deckt das alles ab, was Bezahl-Apps bieten – der Preis ist, dass du es selbst zusammenstellst.
Bei diesen Apps ist die Gratisversion echt, aber begrenzt. Entscheidend ist, ob die Grenze dort verläuft, wo du sie brauchst.
| App | Was frei bleibt | Was hinter der Bezahlschranke liegt |
|---|---|---|
| Habloo | kostenloser Einstieg mit Lektionen und Hörmaterial | voller Zugriff auf alle Inhalte |
| Memrise | erste Lektionen, Grundwortschatz | Videoclips in vollem Umfang, Offline-Nutzung |
| Busuu | Kurseinheiten, Community-Korrektur | Grammatikerklärungen, Offline, Zertifikate |
| Quizlet | Karteikarten lernen und erstellen | mehrere Lernmodi, werbefreie Nutzung |
| LingQ | begrenzte Zahl an Vokabeln und Texten | alles darüber hinaus |
Babbel und die meisten Anbieter mit „7 Tage kostenlos testen“ haben kein dauerhaftes Gratisangebot. Das ist nicht unseriös, aber es ist etwas anderes als kostenlos. Zwei Punkte dazu:
| Worauf achten | Warum |
|---|---|
| Zahlungsdaten schon zur Testphase | Das Abo läuft automatisch weiter, wenn du nicht rechtzeitig kündigst. |
| Kündigungsfrist im Blick behalten | Direkt nach dem Download eine Erinnerung setzen – ein Tag vor Ablauf. |
| Jahresabo statt Monatsabo | Deutlich günstiger pro Monat, aber nur sinnvoll, wenn du die Gewohnheit schon hast. |
Die App-Wahl ist weniger wichtig, als es scheint. Entscheidender ist, wofür du sie einsetzt.
| Lernziel | App geeignet? | Anmerkung |
|---|---|---|
| Vokabeln behalten | sehr gut | Genau hier sind Apps allen anderen Methoden überlegen. |
| Tägliche Gewohnheit aufbauen | sehr gut | Erinnerungen und Serien wirken nachweislich. |
| Grammatik verstehen | begrenzt | Apps üben Formen ab, erklären aber selten das Warum. |
| Hörverstehen aufbauen | begrenzt | App-Audio ist sauber gesprochen, echter Alltag nicht. |
| Freies Sprechen | nein | Dafür braucht es Menschen – Tutor, Tandem oder Reise. |
| Fehler erkennen | nein | Geprüft wird, ob die Antwort stimmt, nicht ob dein eigener Satz spanisch klingt. |
Daraus folgt die praktische Empfehlung: eine App für Wortschatz und Routine, dazu eine getrennte Quelle für Grammatikerklärungen und echtes Hörmaterial. Beides in einer App zu suchen führt fast immer zu Kompromissen.
Für Grammatik, Hörverstehen und Lesen brauchst du keine App. Auf spanisch-lernen.com stehen 463 Inhalte frei zugänglich, ohne Anmeldung und ohne Zahlungsdaten.
| Bereich | Umfang | Ersetzt in der App | Einstieg |
|---|---|---|---|
| Grammatik A1–C2 | 156 Lektionen | den schwächsten App-Bereich | Spanische Grammatik |
| Vokabeln nach Themen | 120 Seiten | Grundlage für eigene Anki-Karten | Spanische Vokabeln |
| Hörtexte mit Transkript | 43 Folgen | echtes Sprechtempo statt Studioaudio | Spanisch hören |
| Zweisprachige E-Books | 108 Texte | Lesen ohne Übersetzungslimit | Zweisprachige Bücher |
| Lernspiele | 17 Spiele | Wiederholung ohne Werbung | Memory: Verben |
Den vollständigen Lernweg dazu – von der ersten Lektion bis A2 – findest du unter Spanisch lernen kostenlos.
Einstieg gratis
Die drei Punkte, an denen die meisten Apps scheitern.
Kein Abo, keine Testphase, keine Zahlungsdaten. Du legst los und entscheidest später, ob du mehr willst.
Duolingo (werbefinanziert, Kurs vollständig gratis), Anki (Desktop und Android kostenlos, iOS einmalig kostenpflichtig) und Language Transfer (vollständiger Audiokurs, werbefrei). Alle anderen gängigen Apps haben entweder Funktionsgrenzen oder nur eine Testphase.
Für Wortschatz und tägliche Routine ja. Für Grammatikverständnis und echtes Hörverstehen braucht es eine zweite Quelle – dafür genügen frei zugängliche Lerninhalte, es muss keine zweite App sein.
Zum Anfangen und Dranbleiben ja, sehr gut sogar. Es erklärt allerdings kaum Grammatik und trainiert kein freies Formulieren. Als alleiniger Weg reicht es etwa bis A2, danach fehlt die Tiefe.
Babbel ist didaktisch sauberer aufgebaut als die meisten Gratis-Apps. Ob das den Preis wert ist, hängt davon ab, ob du bereit bist, Grammatik selbst nachzulesen – wenn ja, kommst du kostenlos genauso weit.
Language Transfer für die Strukturen, Anki für den Wortschatz, dazu frei zugängliche Grammatiklektionen und Hörtexte. Das deckt alles ab, was Bezahl-Apps leisten – du stellst es nur selbst zusammen.
Der Einstieg ist kostenlos – Lektionen und Hörmaterial lassen sich ohne Zahlung nutzen. Der volle Zugriff auf alle Inhalte ist kostenpflichtig. Die 463 Lerninhalte auf spanisch-lernen.com bleiben davon unabhängig frei zugänglich.
Nein, und das gilt für alle Apps. Sprechen entsteht durch Sprechen mit Menschen. Apps bauen den Wortschatz auf, den du dafür brauchst – den Schritt zum Sprechen ersetzen sie nicht.
Der vollständige kostenlose Lernweg mit Wochenplan steht unter Spanisch lernen kostenlos. Die einzelnen Bereiche: Grammatik, Vokabeln, Hörverstehen und zweisprachige Bücher.
Wenn du irgendwann über die App hinauswillst: Sprachreise oder online lernen und Spanisch-Intensivkurs.